Trauer um Carmelo Coco

Mit der Trauerfamilie trauern auch zahlreiche Münstertäler um Carmelo Coco, der in der Chronik unseres Tals ganz zweifellos als Mensch, als Bürger, Musiker und Freund einen festen Platz innehat.

Auch wenn Musik und Gesang, denen sich Carmelo zeitlebens verschrieben hatte, auf der einen Seite und Fasnet auf der anderen vordergründig betrachtet nur bedingte Schnittmengen haben, so zeigen sich bei Carmelos Tätigkeiten für beide doch erstaunliche Parallelen.

Sowohl als Musiker als auch in der Zunft der Belchengeister und Chäsliwieber gehörte Carmelo zu den echten Aktivposten, war über viele Jahre eine treibende Kraft auf beiden Ebenen und setzte sich mit Leib und Seele für eine gute Entwicklung seiner beiden Herzensangelegenheiten ein und stand uns als Zunft stets mit Rat und Tat zur Seite.

Und noch eine weitere Parallelstruktur – beide Seiten seines Engagements betrieb Carmelo ganz wesentlich im kongenialen Duett an der Seite von Rigobert Dißlin.

Unvergeßlich werden in der Münstertäler Geschichte die überaus zahlreichen gemeinsamen Auftritte von Carmelo und Rigobert auf der Narrenbühne in der Belchenhalle, aber auch bei zahlreichen anderen Anlässen bleiben.

Vor allem aber die Zunft der Belchengeister und Chäsliwieber hat von Carmelo über Jahrzehnte hinweg sehr, sehr viel Gutes erfahren.

Ihm und seiner Arbeit, seinen Fähigkeiten auf und hinter der Bühne verdanken wir ganz maßgeblich das, was wir heute sind.

Sein Elan, seine Ideen, sein Engagement und seine kameradschaftlichen Ideale brachte Carmelo gerne in „seine“ Zunft ein und erlebte mit Freude deren beeindruckende Entwicklung.

Er erlebte diese positive Entwicklung jedoch nicht nur, sondern er hatte selbst auch maßgeblichen Anteil daran.

Dank seiner wunderbaren Stimme, seiner einzigartigen Bühnenpräsenz und seinen charismatischen Auftritten zusammen mit Rigobert, wurden deren Gesangsbeiträge über Jahrzehnte zu einem der Höhepunkte unserer Zunftabende. Die beiden entführten in Zeiten, in denen Fernreisen bei weitem nicht so verbreitet waren, wie heute, die Zunftabendbesucher in ferne Länder und begeisterten mit ihren kräftigen, volumenreichen eindrucksvollen Stimmen.

Etwas am Rande:

Zum Kultstatus avancierte bei unseren Proben, wenn Carmelo ausprobierte, ob die Mikrofone schon angeschaltet waren - sein berühmtes „Hehre ihr mi?“, ist heute noch bei den Belchengeister-Generalproben, das was man heute als running-gag bezeichnet.

Und so war Carmelo über viele Jahrzehnte ein fester Bestandteil unserer Belchengeisterfasnacht, mehr noch ein Garant für eine Fasnet im Sinne der alemannischen Tradition, die weit über unser Tal ausstrahlte.

Dies alles fußte in einer ganz tiefen Verwurzelung in seiner zweiten Heimat, aber auch ergänzt durch seine stets hilfreiche und unprätentiöse, jedoch überaus empathische Art.

 

Lieber Carmelo, so gerne hätten wir Dich noch viele Jahre in unseren Reihen gewußt und hätten gerne weiterhin Deinen Rat eingeholt.

Leider ist es uns nun nicht mehr vergönnt, Deine schöne Stimme zu hören.

Zwei Dinge jedoch sind sicher:

Du hast hier im Tale ungemein viele positive Spuren hinterlassen und die Vereine, für die ich sprechen durfte und vor allem auch Deine Zunftfamilie werden Dich nicht vergessen.

Ein Zweites indes ist ebenfalls sicher: Ich hoffe und bin sicher, dass dort, wo Du jetzt bist, auch in irgendeiner Form Musik eine ganz wesentliche Bedeutung hat und da hat nun der himmlische Chor ein wunderbares, für uns leider wieder komplettiertes Duett bekommen.

Wir sagen ein letztes „DANKE“!